Methode

Biologische Grundlagen der DNA-Analyse zum Vaterschaftstest

Für einen Vaterschaftstest wird das Erbgut von Vater, Mutter und Kind miteinander verglichen, um die Verwandschaftsbeziehungen aufzuzeigen. Es wird ein sogenannter „genetischer Fingerabdruck” erstellt. Die benötigte DNA wird aus Zellen der Mundschleimhaut oder aus dem Blut gewonnen.

Hinweis: Die DNA-Analyse für einen Vaterschaftstest gibt keine Informationen über mögliche genetische Erkrankungen. Es handelt sich dabei um ein individuelles und unveränderbares genetisches Profil aus einem Bereich der Erbsubstanz, der keine merkmalsausbildende Eigenschaften enthält.

Im Detail

Aus einer Blutprobe oder einem Mundschleimhaut-Abstrich wird genomische DNA isoliert. Durch gezielte Amplifikation von 16 genetischen Markern (Mikrosatellitenmarker) mit Hilfe der PCR (Polymerase-Kettenreaktion) wird ein sogenannter genetischer Fingerabdruck (DNA-Profil) erzeugt, der so individuenspezifisch ist, dass er unter allen Menschen auf der Welt zusammengenommen statistisch nur einmal vorkommt. Die Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft oder des Verwandtschaftsgrades wird statistisch berechnet. Die Untersuchung und Auswertung erfolgt nach internationalem Standard. Da das gesamte Erbgut (Genom) eines jeden Menschen durch Kombination der Genome der Eltern zustande kommt, müssen die DNA-Profile aus der Längenanalyse der Mikrosatellitenmarker auch eine Kombination aus den DNA-Profilen der Eltern sein. Dadurch kann ein sicherer Abstammungsnachweis geführt werden.

Das Genom besteht einerseits aus kodierenden Bereichen, die die Gene plus regulatorischer Sequenzen enthalten, und andererseits aus nicht kodierenden Bereichen mit unbekannter Funktion. Mikrosatelliten sind Abschnitte in nicht kodierenden Bereichen des DNA-Strangs, in denen einfache Sequenzen der DNA-Bausteine, z.B. GA, GAG, CAA, unterschiedlich oft wiederholt werden, so dass die Abschnitte unterschiedlich lang sind. Jedes Individuum besitzt eine einzigartige Kombination dieser verschieden langen Abschnitte der Mikrosatelliten, die bei einer Längenanalyse in einem Analysengerät ein individuelles Bandenmuster - ähnlich einem Strichcode - ergeben. Dieses Bandenmuster wird auch als DNA-Profil oder genetischer Fingerabdruck bezeichnet. Mit Hilfe dieses DNA-Profils, das übrigens keine Aussagen über die Gene eines Menschen ermöglicht, kann wie beim Vergleich von echten Fingerabdrücken die Identität eines Individuums festgestellt werden.

Dr. Rölleke setzt für die Untersuchung 16 international anerkannte Mikrosatelliten-Systeme ein, darunter auch die acht Kernsysteme, die nach dem DNA-Identitäts-Feststellungs-Gesetz von 1998 für die bundesweite DNA-Datenbank beim Bundeskriminalamt verwendet werden. Damit wird bei unseren Vaterschaftsanalysen eine statistische Sicherheit von mehr als 99,999 % erreicht. Die Aussagekraft der Analyse hängt einerseits von der Anzahl der untersuchten Familienmitglieder und andererseits von der Zahl der verwendeten Markersysteme ab. Durch eine Erhöhung dieser Zahl kann auch im Defizienzfall eine statistisch sichere Aussage über die Vaterschaft gemacht werden. Es wird darauf hingewiesen, dass bei eineiigen Zwillingen, die beide als Väter in Frage kommen könnten, keine eindeutige Aussagen mit Hilfe dieses Tests erzielt werden können. Dr. Rölleke unterwirft sich einer rigorosen Qualitätssicherung.

Unser Labor ist als Prüflaboratorium für Abstammungsgutachten nach DIN ISO EN 17025:2005 akkreditiert. Alle Proben werden nach diesem Standard untersucht, ausgewertet und dokumentiert. Darüber hinaus nimmt das Labor regelmäßig an Ringversuchen teil, um die Einhaltung der entsprechenden Internationalen Standards beständig zu überprüfen.